Karriere
Lankowitz & Köflach
Familien-Bande
„Es ist sicher der Traum jedes fußballbegeisterten Vaters, einmal mit seinen Söhnen in einer Mannschaft zu spielen. Dass es bei uns Wirklichkeit wurde, war etwas ganz Besonderes.“ Gerald Lasnik, Vater
Andreas Lasnik blieb am Anfang seiner Fußballerlaufbahn seinen Wurzeln treu und schnürte als „Knirps“ für seinen Heimatverein Maria Lankowitz die Fußballschuhe. Begleitet wurde er dabei vor allem von seinem Bruder Martin, der einen großen Anteil an der schnellen Entwicklung des Steirers hatte. „Obwohl Andreas sechs Jahre jünger war, wollte er sich immer gegen ihn durchsetzen. Deshalb war er beim Duell „eins gegen eins“ immer schon sehr stark und er verliert auch jetzt kaum Bälle“, so Vater Gerald.  

Martin Lasnik, der früher selbst in der Regionalliga für Köflach und Voitsberg auf Torjagd gegangen ist, ist überzeugt, dass sie am Ende beide von der gesunden Bruderrivalität profitierten. „Andi ist dadurch noch ehrgeiziger geworden. Das war bei mir nicht anders. Auch wenn wir heute Golf oder Tennis spielen, sind wir mit bittererm Ernst dabei, denn jeder will besser sein als der andere“, lässt Martin Lasnik die Erinnerung wieder aufleben.

Im Alter von vierzehn Jahren trainierte Andreas erstmals bei der Kampfmannschaft von Maria Lankowitz mit, als Fünfzehnjähriger debütierte er in der steirischen Oberliga. Sein Trainer war damals kein anderer als sein Vater Gerald. Für ihn war es teilweise eine Gradwanderung. „Andreas war technisch besser als die anderen und das zeigte er auch im Training. Das ließen sich die Arrivierten natürlich nicht so einfach gefallen und daher wurde er als Fünfzehnjähriger schon manchmal härter attackiert. Als besorgter Vater dachte ich manchmal schon daran, ihn aus der Trainingseinheit herauszunehmen, aber es ist zum Glück nie etwas passiert. Er hat dadurch die Umstellung auf den Erwachsenenfußball auch schneller gelernt als andere Spieler in seinem Alter.“

Der familiäres Highlight ereignete sich im Jahr 1999: Da sein Vater nur mehr elf fitte Spieler im Kader hatte, war der damals 43-Jährige gezwungen, sich beim Meisterschaftsspiel in Grambach nach der Pause selbst einzuwechseln. So stand er zusammen mit seinen Söhnen Martin und Andreas auf dem Platz. Zur Draufgabe bereitete er Sprössling Andreas sogar einen Treffer beim 4:2-Auswärtssieg mustergültig vor. „Ein Kunststück, das sicher nicht vielen Vätern vergönnt ist“, lächelt der damalige Erfolgstrainer Jahre später.

Der nächste logische Schritt führte Offensiv-Freigeist Andreas Lasnik zum nur wenige Kilometer entfernten Köflach, wo er in seiner ersten Saison sofort den Aufstieg in die Regionalliga schaffte. Ebenfalls daran beteiligt war Bruder Martin, der schon etwas früher den Schritt in den Nachbarort gewagt hatte. Ihre Wege sollten sich aber bald trennen, denn nach der starken Performance von Andreas im Aufstiegsjahr, schrieben sich die Scouts bei seinen Auftritten in der Regionalliga die Finger wund und so standen im Winter 2002 die Zeichen endgültig auf Abschied.