Karriere
Nachwuchs
Auf den Spuren von Edgar Davids
„Andi hat in seiner Kindheit jede freie Minute mit Fußball verbracht. Egal, ob er sich Technik-Videos von Ajax Amsterdam angeschaut oder im Garten Stangen überspielt hat. Bei Schlechtwetter ist er einfach in den Keller ausgewichen.“ Martin Lasnik, Bruder
Es wäre in der Tat ein Wunder gewesen, hätte Andreas Lasnik nicht die Fußballerlaufbahn eingeschlagen. Seit seiner frühesten Kindheit hat sich im Leben des Weststeirers alles um das runde Leder gedreht. Er wuchs einen Steinwurf vom Sportplatz in Maria Lankowitz entfernt  auf, dazu bekam er schon von seiner Familie die Beigeisterung für den Fußball praktisch schon in die Wiege gelegt. „Mein Vater und mein Bruder haben selbst gespielt, meine Mutter half bei den Heimspielen von Maria Lankowitz in der Kantine aus und meine Tante war nebenbei Platzwart. So bin ich quasi am Fußballplatz aufgewachsen“, erinnert sich Lasnik zurück.

Schon früh war klar, dass der Fußball eine immer größere Rolle im Leben des blonden Knaben spielen würde. Die Weichen für seine spätere Karriere wurden gestellt, als er gerade einmal neun Jahre alt war. Damals unterschrieb er in Portugal nämlich schon seinen ersten Vertrag. Zumindest könnte man es so nennen. „Andreas hat eines von Hermann Stessls Fußballcamps in Portugal besucht und ist dort dem damaligen Austria Wien-Nachwuchskoordinator Markus Schruf aufgefallen. Der hat ihm versprochen, dass er ihn ihm nächsten Jahr zu einem Sommer-Camp in San Diego einladen würde, wenn er bis dahin eine Liste von Vereinbarungen erfüllt. Dazu gehörten fußballerische Übungen, aber auch gute Noten in der Schule. Das war für Andi so etwas wie ein Knackpunkt, denn ab diesem Zeitpunkt hat er sein Programm kompromisslos durchgezogen“, erzählt Vater Gerald.

Während bei seinen Alterskollegen Zeichentrickfilme im Fernsehen flimmerten, schaute sich Andreas auf einer Video-Kassette Technik-Übungen von Ajax Amsterdam an und versuchte sie umgehend nachzumachen. „Er war vielleicht nicht das größte Talent, aber er war enorm lernfähig und konnte Dinge sehr schnell automatisieren“, erinnert sich sein Vater, der für seinen Sprößling auch individuelle Trainingspläne ausarbeitete, die genau auf sein Alter und sein Wachstum abgestimmt waren, um seinen Körper gezielt zu stärken und stabilisieren.

Sein Talent blieb jedenfalls nicht lange verborgen und Sturm Graz wollte sich gerne die Dienste des Zehnjährigen sichern. Das stundenlange Pendeln wäre für die Familie aber eine zu große Belastung gewesen und so entschied man sich dagegen, was der Entwicklung des späteren Nationalteamspielers aber keinesfalls schadete. Immer wieder wurde er als Gastspieler zu großen Turnieren mitgenommen. So steckte er schon als Zehnjähriger erstmals im Dress von Austria Wien und lernte bei einem Vorspiel für ein Europacup-Match vor 15.000 Zuschauern im Ernst-Happel-Stadion erstmals die große Fußball-Bühne kennen.

Dazu verstärkte er beim größten Nachwuchsturnier der Welt im Jahr 1994 ein aus Talenten von Austria Wien und der Vienna zusammengestelltes Team. Seine Eltern waren damals in Schweden ebenfalls mit von der Partie: „Beim „World Youth Gothia-Cup“ haben damals hunderte Nachwuchsteams mitgespielt, allein 68 in seiner Altersklasse. In derselben Woche ist Schweden bei der Weltmeisterschaft in den USA Dritter geworden und dadurch war Andi unter den 35.000 begeisterten Fans beim Auto-Korso des schwedischen Nationalteams im Göteborger Stadion. Ein tolles Erlebnis, das ihn sicher noch mehr motiviert hat, Fußballspieler zu werden.“